Englisch, Englisch - bereits von Nutzen während des Studiums
Englisch

Englisch - bereits von Nutzen während des Studiums

Englisch - bereits von Nutzen während des Studiums

Das „Cambridge Certificate“, das praktisch ist, weil es international anerkannt ist, ist auch heute nach wie vor DIE Referenz im Bereich der Nachweise über die englischen Sprachkenntnisse. Wenn das Zertifikat aufgrund der Einheitlichkeit der Prüfung (dieselben Fragen, dieselben Daten, zentrale Korrektur), seiner Berühmtheit (die Prüfungen existieren seit nunmehr 150 Jahren und werden alljährlich von mehreren Millionen Kandidaten absolviert) und seiner Qualität (von der Universität Cambridge konzipiert) der meistgeschätze Nachweis bei den Arbeitgebern ist, wie ist es dann damit im akademischen Bereich?

Hotelfachschule Lausanne (EHL): das „Advanced Certificate“ ist unerlässlich

„Das Ausbildungsprogramm der EHL wurde 1996 erstmals in englischer Sprache eingeführt. Wir haben an unserer Schule Studenten von 87 verschiedenen Nationalitäten; so ist Englisch die Sprache, die sie alle miteinander verbindet.“
Die Schule hat klare und eindeutige Zulassungskriterien mit präzisen Niveaus aufgestellt: für einen Bachelor’s-Studiengang zum Beispiel ist ein „Advanced“ (CAE) mit der Note C als Mindestkriterium erforderlich, wenn der Student das französischsprachige Programm absolvieren will; wenn er das Programm im englischsprachigen Zweig absolvieren will, ist ein „Advanced“ mit mindestens der Note B erforderlich.
Die EHL rechtfertigt ihre strikten Auswahlkriterien mit zwei Faktoren:
„Bei uns gehen viele Bewerbungen ein, und ausserdem sind wir nicht in einem englischsprachigen Land. So können wir, wenn der Student nicht schon bei Beginn der Ausbildung die englische Sprache beherrscht, nicht davon ausgehen, dass er seine Kenntnisse dann selbständig extern verbessern wird. Dennoch ist das Umfeld an der schule sehr anglophil: „Selbst die Mitarbeiter halten Besprechungen halb auf englisch, halb auf französisch.“ 
Und schliesslich weisen wir noch darauf hin, dass zahlreiche Studenten der EHL nach abgeschlossener Ausbildung nicht unbedingt ins Hotelfach oder in die Gastronomiebranche einsteigen, sondern in Bereichen wie Marketing oder Finanzwesen tätig sind. In diesen Branchen ist die englische Sprache eine noch dringendere Notwendigkeit.

Sprachliche Voraussetzungen zur Aufnahme in die EHL:
www.ehl.edu/eng/content/view/full/2090 

Berufsberatungsdienst des Kantons Bern: „Die allemannischen Schweizer ziehen das Englische dem Französischen vor“

Gemäss der Kommentare einer Leiterin des Berufsberatungsdienstes des Kantons Bern ist die englische Sprache nicht in allen Berufen eine absolute Notwendigkeit: „In manchen Berufen wie auf einer Baustelle oder in der Gastronomie, zum Beispiel, ist es nicht unbedingt ein ‘Muss’, im Gegensatz zu internationalen Unternehmen oder im Bereich der Wissenschaft.“
Da die Schweiz aus verschiedenen Sprachregionen besteht, weist die Beraterin darauf hin, dass „die deutsch- und französischsprachigen Mitarbeiter in den nationalen Unternehmen auf der Ebene der Führungskräfte dazu neigen, die englische Sprache als Kommunikationsmittel zu verwenden.“
Was das Zertifikat betrifft, so hilft es vor allem den Arbeitgebern, das Niveau der Kandidaten präziser zu ermitteln, und es ist eine attraktive Ergänzung zu einer Bewerbung, obwohl es auch nicht als ein „Wundermittel“ gilt. „Wir empfehlen oftmals Sprachreisen, wobei die Interessenten diese Gelegenheit auch für ein Praktikum im jeweiligen Land nutzen können. Das ist eine gute Lösung, denn auch wenn man Englischkurse in der Schweiz absolvieren kann, so taucht man dennoch nicht tief genug in die Sprache ein“.

Schweizer Website für Schul- und Berufsberatung
http://www.orientation.ch (Büro Bern: www.erz.be.ch)

Sprachzentrum der Universität Lausanne

Das Sprachzentrum der Universität Lausanne (CDL) war zwar nicht bereit, unsere Fragen zu beantworten, doch betonte seine Position in Bezug auf Prüfungen wie die Cambridge-Zertifikate. Das CDL bereitet seine Studierenden auf die verschiedenen Cambridge-Prüfungen vor, doch absolut gesehen sind sie von ihm nicht allzusehr geschätzt, da man befürchtet, dass diese Prüfungen einen Ansturm auf die Zertifikate mit sich bringen.
Nach Ansicht des CDL bietet der gemeinsame europäische Referenzrahmen für Sprachen einen ausreichenden einheitlichen Anhaltspunkt, sodass internationale Zertifikate nicht mehr unbedingt notwendig sind. Im übrigen stellte man im CDL fest, dass die Arbeitgeber es manchmal vorziehen würden, wenn der Kandidat einen Sprachaufenthalt im Ausland absolviert hätte anstatt im Besitz eines solchen Zertifikates zu sein.